Produktiver mit Themen-Tagen

Ein Video-Interview von David Kirkpatrick (Techonomy) mit Jack Dorsey, dem CEO von Twitter, “Jack Dorsey on Working for Two Companies Full-Time,” hat mir wieder in Erinnerung gerufen, um wieviel sich meine Produktivität, noch in meiner Zeit bei 9flats, verbessert hatte, nachdem ich meine Tage thematisch aufgeteilt hatte. Zum Beispiel habe ich jeweils Mittwochs alles sortiert und umgesetzt, was mit »marketing, communications and growth« zu tun hatte.

Bei Jack Dorsey kommt hinzu, dass er zwei Firmen leitet und daher 16 Stunden arbeitet

“The only way to do this is to be very disciplined. I theme my days.”

Meine Erfahrung ist, dass das beste Ergebnis entsteht, wenn ich nur ein Projekt mache; mich voll auf die Umsetzung konzentriere, es launche und dann erst zum nächsten Projekt übergehe. Wie das Entwickler bei einem Sprint tun: ich konzentriere mich auf ein systemrelevantes Projekt und in zwei Wochen ist es fertig. Der Head of Product oder mein Chef hat die folgenden Projekte im Kopf und weist mir das nächst wichtigste Projekt zu.
Illusorisch, die Zeitspanne und Größe von “Zwei-Wochen-Projekten”, wenn Deine Stellenbeschreibung im Management angesiedelt ist oder Dein Job verschiedene laufende Projekte beinhaltet. Worst Case: Du musst mit der Außenwelt zusammenarbeiten und etwa die Presse kann in Deinen Tagesablauf reinreden.
Dann ist die einzige Chance, wenigstens Tage thematisch zu verbringen, in Tages-Sprints.

  • Sonntag. »reflection, feedback and strategy.« Planung der nächsten Woche und Reflexion, was in der letzten gut und schlecht war.
  • Montag. »Management meetings and running the company.« Die wichtigsten Kontakte und gemeinsame Projekte. Was ist essentiell, damit es weitergeht? Ressourcen für die Woche organisieren und die Terminplanung abstimmen.
  • Dienstag. »Product development.« Die Projekte nicht managen, sondern umsetzten, anstoßen und voranbringen.
  • Mittwoch. »Marketing, communications and growth.« Einfach machen.
  • Donnerstag. »Developers and partnerships.« Entwickler können auch Designer sein, Partner brauchen nicht unbedingt eine API um weiterzuarbeiten. Aber sie brauchen die Infos, Feedback und Geld, damit es weiter geht. Der Tag ist meine Chance, den Produkt Tag zu verlängern, wenn man selber der »Developer« ist.
  • Freitag. »The company and its culture.« Wie schaffe ich eine glücklichere Umgebung? Was kann ich meinen Kollegen Gutes tun? Brauche ich eine Weiterbildung? Interesse entwickeln für alles was um mich ist.
  • Samstag. »Hiking.« Raus, Sport machen und sehr viel Essen.

Klappt das? Nein, denn Chefin oder Chef kommt an deinem Schreibtisch vorbei und hält dich von der Arbeit ab. Ein Anruf unterbricht deine Arbeit, ein Facebook Chat über den nächsten Urlaub ist spannender… Das Praktische ist nur, dass du aus dem Telefonat kommst und genau weißt, an welchem Projekt und Thema du weiterarbeiten musst.
Für mich machen die Themen von Jack Dorsey sowohl auf einer Managementebene als auch als Arbeiter Sinn.

Das Schöne an dieser Methode ist, dass sie so logisch ist. Wenn ich am Dienstag zwei Themen oder gar drei gleichzeitig bearbeite, bekommen sie jeweils ein Drittel meiner Konzentration: das sind ein Drittel mehr Fehler und weniger Innovationen.

Autor: Benedikt Schaumann

Benedikt Schaumann ist Digitalstratege. Aktuell treibt er bei der Nestlé Deutschland AG das Social Media Marketing voran. Zuvor verantwortet er die online Kommunikation von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz und der SPD in Hamburg. Als head of communications leitete er die Unternehmenskommunikation von 9flats, einem weltweitem Marktplatz für die Vermittlung von Privatwohnungen als Alternative zum Hotel. Er ist selbständig mit eValute, einer Agentur für Relationship Marketing.

4 Kommentare

  1. Was Du schreibst ergibt Sinn. Ich nutze diese Aufteilung gaaanz grob schon seit etwa einem Jahr und fahre ganz gut damit. Montags gibt’s immer viele Managementmeetings, der Rest der Woche ist einzelnen Projekten zugeordnet. Und die Planung beläuft sich immer nur auf einen halben Tag. Die andere Hälfte kümmere ich mich um die Sachen, die tagsüber reingekommen sind und nach Eisenhower in die Kategorie dringen und wichtig gehören. Rest bleibt einfach liegen und wird später gemacht. Damit fahre ich ganz gut.

  2. Mir reicht es einfach die fünf wichtigsten Aufgaben jeden Morgen zu notieren und diese im Laufe des Tages abzuarbeiten. Mir würde es schwerfallen, nicht alles wichtige auf später, auf den Themen-Tag zu verschieben, um es dann nicht zu schaffen…

    Samstag raus und essen schaffe ich :)

    • Ja, allein vergesse ich durch die Methode nicht, was ich morgens als wichtig erachtet hatte, bei den ganzen “dringenden” Aufgaben, die einen über den Tag erreichen. Du siehst, ich mache das trotz meiner Themen Tage wie du.

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