Ich meditiere also bin ich

Für mich haftete dem Meditieren ein esoterischer Hauch an. Selber meditieren? Undenkbar, da fehlt nur noch zu meinem indischen Guru zu pilgern.

Meine neue Offenheit der Welt und den Menschen gegenüber, das Maß an Dankbarkeit für mein Leben und mehr Gelassenheit – die verdanke ich Leo Babauta und seiner Anleitung zum Meditieren. Und dem Umstand, dass ich es ausprobiert habe.

Gerade häufen sich die Artikel zum Thema. Mein Freund Hendrik schreibt von seinen Erfahrungen und bei Buffer gab es gerade Studien über die Auswirkungen von Meditation.

Ich meditiere jeden Morgen und bin seitdem ein glücklicherer Mensch.

breath

Technische Hinweise entnimmt man wirklich am besten dem Artikel von Leo. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

Was mir zu Anfang schwer- und aufgefallen ist:

Über den Frust nur schmunzeln
Übersehe ich eine Chance, mache einen Fehler oder wende Gelerntes nicht an, bin ich frustriert. Diese Frust ist alles andere als produktiv. John Wooden sagt dazu:

“Lass nicht zu, dass die Dinge, die Du nicht kannst, die beeinflussen die Du kannst.”

Im Augenblick leben, ohne den Druck ein abstraktes Ziel erreichen zu müssen, ohne mich über die Vergangenheit zu ärgern lässt mich produktiver sein und auf bessere Ideen kommen.
Durch das Meditieren bekommt man täglich den Anstoß, gelassen und mit einem Lächeln das eigene Unvermögen zu beobachten. Das Unvermögen sich nur auf das Ein- und Ausatmen zu konzentrieren.
Alle paar Sekunden driften die Gedanken ab, entstehen Bilder und steigen Wünsche auf – und das obwohl ich doch nur auf meinen Atmen achten will. Mich jetzt selber innerlich nicht auszupeitschen ist schwer: lächeln und wieder auf das Atmen konzentrieren.

Die Umgebung miteinbeziehen
Zuanfang habe ich den Fehler gemacht, mich über den langsamen Prozess des Runterkommen und die ewigen kleinen Störungen aus der Umgebung zu ärgern.
Hendrik riet mir, mich erstmal nur auf die Umgebung zu konzentrieren: was höre ich? wer ist im Haus schon wach? spüre ich die Fußleiste? rieche ich den frischen Morgen? Durch diesen aktiven Prozess fahren die Verstandesbilder runter, die Realität rückt in den Fokus und die Ruhe kommt ganz von alleine.

Meditieren beim Spazieren
Theoretisch kann man überall meditieren. Ich meditiere nach dem ich morgens ein paar Seiten gelesen habe.
Doch was meinen Blick auf die Welt sehr geschärft und für Neues geöffnet hat, ist das aktive Wahrnehmen mit allen Sinnesorganen währen ich zur U-Bahn laufe. Ähnlich wie der Prozess um vor dem Meditieren ruhig zu werden geht es darum den Asphalt zu spüren, den Wind, die Feuchtigkeit, welche Gerüche in der Luft liegen und wo die Autotüren zufallen. Wer sich dafür Zeit nimmt, wird schon bald eine veränderte Wahrnehmung feststellen können.

Wie sich oft in meinem Leben schon herausgestellt hat, geht es vor allem darum “für möglich zu halten”.
Halte einfach für möglich, dass diese 5-10 Minuten etwas in deinem Leben verändern und gib nicht vor zwei Wochen auf.

Autor: Benedikt Schaumann

Benedikt Schaumann ist Digitalstratege. Aktuell treibt er bei der Nestlé Deutschland AG das Social Media Marketing voran. Zuvor verantwortet er die online Kommunikation von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz und der SPD in Hamburg. Als head of communications leitete er die Unternehmenskommunikation von 9flats, einem weltweitem Marktplatz für die Vermittlung von Privatwohnungen als Alternative zum Hotel. Er ist selbständig mit eValute, einer Agentur für Relationship Marketing.

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