“Getting Things Done” wie Barack Obama

Am Abend schon in das einarbeiten, was der nächste Tag bringt. Morgens priorisieren, was die wichtigsten Aufgaben des Tages sind, ist das Eine. Nur gerade für die erste Tätigkeit des morgens muss ich schon abends wissen, was zu tun ist. Und sie vorbereiten. Das habe ich von Barack Obama gelernt.

Meine Hochachtung und Bewunderung Obama gegenüber ist seit 2007 ungebrochen. Michael Lewis hat für Vanitiyfair einen detaillierten Artikel über den Alltag des US Präsidenten geschrieben. Wie er das schier unglaubliche Arbeitspensum schafft und als Commander in Chief die vielen Entscheidungen treffen kann, die oft über Leben und Tod entscheiden.

  1. Den nächsten Tag am Abend davor beginnen
    Gegen 22 Uhr beginnt die ungestörte Arbeitsphase des Präsidenten. Bis ein Uhr Nachts kann er nicht nur machen was er will (außer das Haus verlassen) sondern sich vor allem in die Erfordernisse des nächsten Tages einarbeiten.
  2. Jeden Tag Sport machen
    „You have to exercise or at some point you’ll just break down.”
    Nachdem der Präsident um 7 Uhr aufgestanden ist, beginnt sein Tag um 7.30 Uhr in seinem Fitness-Raum. Eine Stunde lang geht es, je nach Tag, um Ausdauer- oder Krafttraining.
  3. Kopf frei halten
    Einen grauen oder einen blauen Anzug. Mehr hat er nicht und welchen er trägt ist austauschbar. Obama muss ihn nur anziehen. Diese Entscheidung ist Routine und lenkt nicht von wichtigen Entscheidungen ab. Das nennt er Entscheidungsenergie, die man auch mit Trivialem verbrauchen kann.
    „I don’t want to make decisions about what I’m eating or wearing because I have too many other decisions to make.“
  4. Entscheidungs-Memos
    Die Memos, die den Präsidenten vorgelegt werden, haben drei Checkboxen: „agree,“ „disagree,“ or “let’s discuss.”
    Eine einfache Ordnung, die das Zusammenarbeiten sehr erleichtert.
  5. Nur mit den Besten trainieren
    Barack Obama ist einer der prominentesten und mächtigsten Menschen. Egal was er macht, er kann sich aussuchen, mit wem er zusammenarbeitet, mit wem er trainiert: und es mit den Besten machen. So beschreibt Michael Lewis ein Basketball Spiel mit Profis, zu dem keiner wieder eingeladen wird, der es dem Präsidenten leicht macht, nur weil er Präsident ist.
  6. Wichtige Nachrichten identifizieren
    „O.K., and what am I supposed to do about it?“ ist Obamas Reaktion, wenn ihn mitten in der Nacht jemand weckt, nur weil in Afghanistan eine Bombe hochgegangen ist. Es besteht kein sofortiger Handlungsbedarf des Präsidenten. Nur sein Schlaf wurde gestört.

Mich weckt niemand mitten in der Nacht. Doch meine Smartphone-Benachrichtigungen klingeln, meine Innere-Uhr zieht mich zu Facebook und was in den Nachrichten los ist, muss ich unbedingt wissen. Darüber habe ich in letzter Zeit viel nachgedacht. Ich will nichts mehr lesen oder sehen, mich mit nichts mehr beschäftigen ohne Feedback zu geben, zu interagieren oder mit dem Wissen weiter zu kommen. Alles andere ist verschwendete Lebenszeit. Facebook: wenn ich Facebook checke muss ich liken, kommentieren und posten. Einfach nur lesen ist verboten.

Autor: Benedikt Schaumann

Benedikt Schaumann ist Digitalstratege. Aktuell treibt er bei der Nestlé Deutschland AG das Social Media Marketing voran. Zuvor verantwortet er die online Kommunikation von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz und der SPD in Hamburg. Als head of communications leitete er die Unternehmenskommunikation von 9flats, einem weltweitem Marktplatz für die Vermittlung von Privatwohnungen als Alternative zum Hotel. Er ist selbständig mit eValute, einer Agentur für Relationship Marketing.

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