Frühaufsteher

Warum will ich unbedingt ein Morgenmensch sein? Warum früh aufstehen?  Erfolgreiche Menschen stehen in meinem Weltbild früh auf. Egal welche Biographie ich lese, ob von Howard Schulz, Marissa Mayer oder Jean-Christophe Grangé: Sie alle stehen morgens lange vor mir auf.
Nichts hasse ich mehr, als aus dem Haus zu hetzen, nicht wirklich gefrühstückt zu haben und mich in der Bahn so zu fühlen, als sähen alle, dass ich noch halb schlafe.
Im Bett, beim Aufwachen, fühlt sich das jedoch ganz anders an. Und nach einer Stunde rumwälzen und dösen geht es gehetzt in den Tag.

Von Tim Ferris, über Leo Babauta bis zur New York Times: das Thema finden viele interessant. Mittlerweile habe ich selber viel ausprobiert.

Woche für Woche 15 Minuten früher aufstehen
Ich bin jahrelang nicht früh aufgestanden. Warum sollte ich das jetzt von heute auf morgen ändern? Es hilft ungemein, nicht gleich vom 10m Brett springen zu wollen, sondern den Wecker jede Woche 15 Minuten vor zu stellen. Hat bei mir super funktioniert.

Wecker aus
Der Wecker ist das A&O. Ich nutze eine Wecker-App, die mich jeden morgen Rätsel lösen lässt (Android). Ich muss morgens bestimmen, welche Würfel-Paare zu einander gehören, Zahlen absteigend sortieren und den Wochentag bestimmen: alles gar nicht so leicht um 05:30.
Für iOS habe ich recherchiert und bin auf einen weiteren coolen Wecker gestoßen: Um den Wecker zu entriegeln muss ein vorher definiertes Produkt eingescannt werden. Nicht vergessen Milch vorrätig zu haben, sonst gibt es ein Problem.

2. Wecker aus
Mein Quarz-Wecker steht neben meinem Bett auf 05:28. Den kann ich im Halbschlaf ganz gut ausmachen. Doch mein Smartphone klingelt im Arbeitszimmer 2 Minuten später: Wenn ich nicht sofort aufstehe, nerve ich meine Mitbewohner und mich zu Tode.

Licht an
Die Wirkung von Licht ist super. Ich will mir noch so eine Lampe kaufen, die den Sonnenaufgang simuliert, doch bis dahin reicht es: Wecker aus, Licht an.

Musik an
Wenn du nicht von deiner Anlage oder dem Radiowecker wecken lässt und eh gleich Musik an ist, hilft es sehr, gleich neben dem Bett den iPod liegen zu haben, mit einer guten Playlist: Kopfhörer auf und der Tag kann starten.

Sofort aus dem Bett
Immer wenn ich nicht gleich aus dem Bett springe, habe ich schon verloren.

Glas Wasser
Der übereinstimmende Tipp von allen Experten, der nicht zu unterschätzen ist: Wecker aus, Licht an, aus dem Bett und ein Glas kaltes Wasser; dann ist es geschafft.

Morgen Ritual
Den Fehler habe ich wiederholt gemacht: Morgens früh aufzustehen und nicht zu wissen, was was man jetzt tun könnte. Im Netz surfen geht immer, E-Mails beantworten, klar: doch dafür bin ich nicht früh aufgestanden. Nein, ich bin aufgestanden, um eine Sache zu tun, die mich glücklich macht und weiter bringt.
Die Priorisierung der Tagesaufgaben und ein leckeres Frühstück folgen. Und ich habe noch genügend Zeit die Espressomaschine auf einen neuen Espresso einzustellen.
Ich starte gut gelaunt in den Tag.

Gewohnheit
Wenn die Routine erstmal drin ist, dann ist die Gewohnheit der größte Helfer. Einfach dabei bleiben und nie wieder ändern. Ausschlafen am Wochenende stört nicht, doch schaue ich mittlerweile, dass ich jede Nacht um die 07:30h Schlaf bekomme. Dann bin ich am Produktivsten.

Früher schlafen gehen
Um 05:30 aufzustehen klappt dementsprechend nur, wenn ich am Vorabend um 22.00 ins Bett gegangen bin. Das schaffe ich, indem ich mir vor Augen halte, was ich zwischen 22.00 und 01.00 mache: nichts was ich machen will.
Für mich ist das vertrödelte Zeit, die ich, wenn ich sie an den Beginn des nächsten Tages verschiebe, für Sachen nutzen kann, die ich will.

Kein iPad im Bett
Mein Schlafzimmer ist komplett vom Internet abgeschnitten. Ich kann dort lesen und schlafen und nicht mehr.
Wie viel Zeit ich kurz vor dem Schlafengehen mit dem schauen von dummen Videos, Serien und dem Lesen von Blogs verbraucht habe, möchte ich nicht zu genau kalkulieren. Das bringt keinen Mehrwert, macht mich nicht glücklich und die einzige Möglichkeit es nicht zu machen ist es nicht zu machen. Und dabei lässt sich wie durch einen Zauber, locker eine Stunde Schlaf erringen.

Morgen Ritual (Zusammenfassung)

  • steh sofort auf
  • mach postwendend das Licht an
  • trink ein Glas kaltes Wasser
  • sprinte los um Wecker im Arbeitszimmer (oder Bad) auszumachen
  • mach eine Stunde Sport, schreib was, meditier: mach was gutes…
  • priorisiere deine Tagesaufgaben
  • bereite ein leckeres Frühstück zu
  • raus auf die Straße

Weiterlesen was Obama morgens macht, wie man durch Besinnung kreativer wird, warum es Sinn macht, seinen Tagen Themen zu geben und wie man die Spirale zur Unproduktivität vermeidet.

Autor: Benedikt Schaumann

Benedikt Schaumann ist Digitalstratege. Aktuell treibt er bei der Nestlé Deutschland AG das Social Media Marketing voran. Zuvor verantwortet er die online Kommunikation von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz und der SPD in Hamburg. Als head of communications leitete er die Unternehmenskommunikation von 9flats, einem weltweitem Marktplatz für die Vermittlung von Privatwohnungen als Alternative zum Hotel. Er ist selbständig mit eValute, einer Agentur für Relationship Marketing.

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