Kreativer durch Besinnung (Achtung: nicht durch Zerstreuung.)

Ich surfe auf fffound, scrole durch bookshelfporn, spiele mit meinem Smartphone und schaue meine YouTube-Abos; kurz, ich zerstreue mich. Wie schön wäre es, wenn ich danach kreativer, frischer und mit neuen Ideen wieder loslegen würde. Die Idee liegt nicht fern, dass viele Anregungen und Inspirationen meine Kreativität steigern.
Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe mich zerstreut, bin unkonzentriert, habe die gleichen Probleme wie vorher und keine neun Lösungsideen. Munter vom surfen? Fehlanzeige.
Und viel schlimmer noch, wie Gerald Wagner (der Maler) sagt,

„Zerstreuung raubt Lebensenergie.“

Aus meiner Sicht ist der Nutzen für bessere Entscheidungen und Kreativität durch Zerstreuung ein weit verbreiteter Irrtum. Etwas, was nicht mit Aufwand und Anstrengung verbunden ist, kann nichts Produktives sein.

Besinnen unter der Dusche

Die Besinnung ist es, welche uns fokussiert, auf neue Ideen kommen lässt und innerhalb kürzester Zeit die Batterien wieder auflädt.

Auf dem Klo
Zum Besinnen gehört, dass man kurz alleine ist. Ich setzte mich oft auf den Klodeckel, stütze meinen Kopf auf die Hände und bedecke die Augen mit den Handflächen. Dann denke ich an das, was heute schon war und besinne mich dessen, was ich will und kann.

In der Natur
Die Natur rückt die Verhältnisse, die wir in der Hektik und dem Stress des Alltags aus den Augen verlieren, wieder gerade. Wir müssen die Erde kultivieren und die Menschen lieben. Um sich darauf zu besinnen ist es sehr hilfreich, durch Wälder und Wiesen zu wandern.

Vor dem Schlafen
Seit kurzem habe ich keine Elektronik mehr im Schlafzimmer. Lesen und Arbeiten tue ich im Arbeitszimmer. Geweckt werde ich klassisch mit einem Quarzwecker.
Es hilft, nicht im Dämmerzustand noch eine Stunde rumzudaddeln, sondern ruhig und besonnen einzuschlafen.
Sich kurz vor der Nacht noch einmal zu Besinnen und ein Tagebuch zu führen, bestimmt die Stimmung des gesamten nächsten Tages.

Mahnung an die Brüder – Franz von Assisi
„Wo Liebe ist und Weisheit, da ist weder Furcht noch Ungewissheit; wo Geduld und Demut, weder Zorn noch Aufregung; wo Armut und Freude, nicht Habsucht und Geiz; wo Ruhe und Besinnung, nicht Zerstreuung noch Haltlosigkeit.“

Laufen, Schlafen, Duschen
Das sind Tätigkeiten, bei denen die Ideen nur so sprudeln. Und sie haben gemeinsam, dass meist kein Notizzettel parat liegt.
Beim Laufen hilft dann Evernote auf dem iPhone. Neben dem Bett habe ich, wie so viele andere auch, ein Notizbuch für nächtliche Eingebungen liegen.
Bei diesen Tätigkeiten ist man ungestört, die Gedanken sind frei von Zerstreuung und die guten Ideen können kommen.

Ich hatte schon immer viel für Franziskus übrig (der mit den Vögeln spricht). Wenn er das Verlangen nach Zerstreuung fühlte, dann legte er sich so lange in den Schnee, bis er sich wieder konzentrierte.
Ich fange mal mit Duschen an.

Autor: Benedikt Schaumann

Head of Digital Communication & Brand PR Nestlé Wagner

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